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  24h Cyklo Le Mans - Šaratice, CZ [11.-12.09.2010]
 
 

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Quick links: Infrastruktur | Strecke | 24h Rennen Ernährung | 24h Rennen Beleuchtung

An diesem Samstag ist in der sonst sehr beschaulichen Ortschaft Šaratice in Tschechien (nur 140 km von Wien entfernt) Action angesagt: Adam Kopecný veranstaltet das 18. Le Mans - 24 hodin na kole - ein 24 Stunden Radrennen auf einem 13 km Rundkurs mit ca. 75 Höhenmetern.

           
     
           
  Am Abend vor dem Rennen genieße ich die Gastfreundschaft der ungarischen Teams die auch schon angereist sind. Es gibt Spaghetti am offenen Feuer :)
           
     
           
  Infrastruktur (top)
Man kann sein eigenes Zelt aufstellen oder in der Turnhalle schlafen. Dort stehen auch zwei Wasserkocher zur Verfügung. Verpflegung oder Labestation beim Rennen gibt es keine. Das macht aber nichts - jeder muss sowieso wissen was er braucht und die meisten haben auch Betreuer mit. Das Geschäft im Ort hat von Zeit zu Zeit geöffnet.
Insgesamt wird für nur 12 Euro Nenngeld ein wirklich tolles Rennen geboten.
           
     
           
 

Streckenbeschreibung (top)
Die Strecke ist nicht gesperrt und führt abwechslungsreich von Šaratice nach Milešovice und über sanfte Hügel mit max. 6% Steigung nach Otnice und wieder zurück nach Šaratice. Es gibt einen kurzen Abschnitt auf einer Hauptstraße. Eine Stopptafel erinnert an möglichen Verkehr. Es gibt keine Streckenposten.
Der Asphalt "mittlerer Qualität" (wie es in der Ausschreibung so schön steht) bietet einige Schlaglöcher die aber vorsorglich weiß markiert sind und dadurch auch in der Nacht gut auffallen.

           
     
           
 

Fünf Tage vor dem Rennen habe ich es zufällig im bikeboard entdeckt und mich spontan entschlossen teilzunehmen. Ich bin der einzige und erste Österreicher der an dem traditionsreichen Rennen, das bereits seit 1993 stattfindet, teilnimmt.

           
     
           
     
           
 

Vor dem Rennen gibt es einen Flaggenparade der teilnehmenden Nationen (CZ, SK, HU und AT) und sogar die österreichische Bundeshymne wird gespielt!
Der Start erfolgt pünktlich am Samstag um 11:00 Uhr Vormittag mit einem klassischen Le Mans Start - die Fahrer laufen zu ihren Maschinen.
Insgesamt starten 29 Einzelfahrer (das ist neu in diesem Jahr) und 26 Dreier-Teams ihr persönliches Abenteuer.

           
     
           
     
           
     
           
  24h Rennen Ernährung (top)
Bei einem 24 Stunden Radrennen werden an die 20.000 kcal verbraucht - das ist ca. der 10-fache Tagesbedarf. Es ist daher auf kontinuierliche Energiezufuhr zu achten.
Abwechslungsreich sollte es sein. Bei meiner ersten Pause nach 8 Stunden waren die Instant-Nudel echt ein Hit. Käsebrote waren auch eine feine Abwechslung zu den Gels. Nach ca. 12 Stunden konnte ich nichts mehr Süsses sehen und war froh ein paar Fertiggerichte (die nur mit heißem Wasser zubereitet werden) mitgenommen zu haben. Diese habe ich noch zusätzlich gesalzen. Ein Tipp ist auch Babynahrung (da gibt es zB. Kaiserschmarren mit Apfelmus) weil der Magen sich im Ausnahmezustand befindet und leicht verdauliche Nahrung benötigt.
           
     
           
     
           
     
           
 

Die Fahrer sind alle sehr cool und wir unterhalten uns während der Fahrt - es ist ja auch viel Zeit zum Plaudern. "Ich möchte überleben" sagt einer und für einen anderen ist es ein gemütlicher Ausgleich zu seinen Ultra Laufmarathons.

           
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Als gegen 19 Uhr langsam die Nacht hereinbricht, freue ich mich. In der Nacht fahren ist lässig. Alles ist ruhig und in dieser meditativen Stimmung fahre ich Runde um Runde durch die Landschaft. Nur gelegentlich tauchen blinkende rote Punkte in der Ferne die darauf hinweisen, dass noch weitere Verrückte unterwegs sind.

           
     
           
     
           
     
           
     
           
  24h Rennen Beleuchtung (top)
Es gibt viele Diskussionen in diversen Foren über die ideale Beleuchtung für ein 24 Stunden Rennen. Aus meiner Sicht ist eine teure Lupine oder Supernova nicht notwendig. Ich habe mich für die Led Lenser H7 Stirnlampe entschieden. Die schießt mit 170 Lumen die Photonen in die Nacht und leuchtet eine Breite von zwei Fahrbahnen aus. Die Led Lenser H7 ist stufenlos fokusier- und dimmbar und wird mit 3 AAA Batterien betrieben. Die Leuchtdauer auf höchster Stufe ist mindestens 3 bis 4 Stunden ohne das die Leuchtleistung merkbar nachlassen würde! Ich habe bei meinen 2 Boxenstopps in der Nacht zur Sicherheit jedesmal neue Batterien eingelegt. Die Lampe ist auch nach 11 Stunden Dauerbetrieb nicht warm geworden.
Zusätzlich wollte ich noch eine Fenix LD20 R4 am Lenker montieren - diese habe ich aber nicht mehr rechtzeitig bekommen. Insgesamt sind Backups (und genug Ersatzbatterien) wichtig: Wenn eine Lampe ausfällt, ist man über alles froh was nur irgendwie leuchtet.
           
     
           
  Während manche ihr Rad sowohl aktiv als auch passiv wie einen Weihnachtsbaum geschmückt haben, folgen einige mehr ihrer Intuition als einem richtigen Licht. Dabei erfordert es auch mit guter Beleuchtung schon genug Konzentration und Geschick keinen Frosch oder Igel mitzunehmen.
           
     
           
  Nach der langen Nacht freue ich mich jetzt schon auf den Sonnenaufgang! So gegen 6 Uhr ist es endlich soweit. Zu meiner Enttäuschung merke ich, dass nur ein Traktor im Osten hinter einem Hügel aufgetaucht ist und so muss ich wohl noch ein, zwei Runden fahren bis es Tag wird.
           
     
           
     
           
     
           
 

Nach 23 Stunden und 45 Minuten Rennzeit fahre ich durch das Ziel. Eine weitere Ehrenrunde muss nicht mehr sein ;) Ich kann nicht mehr sitzen und nicht mehr gehen, bin aber froh dass es vorbei ist.

           
     
           
     
           
 

Mein erstes 24 Stundenrennen ist ein echtes Erlebnis. Das Rennen ist von Adam und seinem kleinen Team toll organisiert. Es ist auf das Wesentliche reduziert, bietet eine fast familiäre Atmosphäre und verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit. Man merkt, dass es von Radsport Enthusiasten für Radsport Enthusiasten gemacht ist :)

           
     
           
 

Ergebnis
George erreicht mit 40 Runden und 524 km den 6. Platz und wird bester Österreicher (gut, er war auch der einzige ;) See results at www.championchip.cz

Mnohé dík Adamovi a jemu týmu za skvelý závod!
... und das nächste Mal bringe ich eine größere Flagge! :)

           
       
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